Viele Geschäftsführer kleiner und mittlerer Betriebe haben irgendwann denselben Gedanken: Die monatliche IT-Pauschale wirkt teuer, solange nichts passiert. Wenn aber drei Monate ruhig sind, rechnet man nach und überlegt, ob man nicht einfach auf Stundenbasis arbeiten könnte. Nur wenn was passiert zahlen, nicht monatlich.
Das ist ein nachvollziehbarer Gedanke. Und er funktioniert, solange IT-Probleme selten, klein und einfach lösbar sind. Sobald ein echter Ausfall passiert, kehrt sich die Rechnung um.
Dieser Artikel erklärt, wie beide Modelle wirklich funktionieren, was sie tatsächlich kosten und wann welches Modell für ein KMU Sinn ergibt.
Wie das Break-Fix-Modell funktioniert
Break-Fix ist das ältere Modell. Etwas geht kaputt, Sie rufen an, jemand kommt und behebt das Problem. Stunden werden in Rechnung gestellt. Keine monatliche Verpflichtung.
Der wirtschaftliche Anreiz beim Break-Fix-Dienstleister ist es, Probleme zu lösen, nicht, sie zu verhindern. Wer vorbeugend arbeitet, sein Monitoring aufbaut und Updates regelmäßig einspielt, reduziert die Zahl der Anrufe. Das ist im Sinne des Kunden, aber nicht im wirtschaftlichen Interesse eines Dienstleisters, der nach Stunden bezahlt wird.
Das führt in der Praxis oft dazu: Updates werden nicht konsequent eingespielt, weil niemand dafür zuständig ist. Backup-Jobs werden nicht überwacht, weil das erst beim nächsten Ausfall auffällt. Zertifikate laufen ab. Der Virenscanner hat seit sechs Monaten keine aktuellen Signaturen mehr. Niemand bemerkt es, weil niemand schaut.
Das ist kein Vorwurf an einzelne Dienstleister. Es ist die strukturelle Logik des Modells.
Hinzu kommt: Im Schadensfall haben Sie kein Kostendach. Eine Server-Wiederherstellung, ein Ransomware-Vorfall oder ein Netzwerkproblem, das sich durch mehrere Systeme zieht, kann viele Stunden kosten. Bei einem üblichen Stundensatz von 90 bis 130 Euro netto sind das schnell 2.000 bis 6.000 Euro für einen einzigen Vorfall.
Wie Managed Services funktioniert
Managed Services bedeutet: monatliche Pauschale, dafür laufende Betreuung. Der Dienstleister kümmert sich, auch wenn gerade nichts kaputt ist.
Der wirtschaftliche Anreiz dreht sich um. Je weniger Stunden der Dienstleister pro Monat aufwenden muss, desto besser für seine Marge. Das bedeutet: Es liegt in seinem Interesse, Probleme zu verhindern. Updates werden eingespielt, weil ein Patch-Problem später mehr kostet als das Update. Backup-Jobs werden überwacht, weil ein Datenverlust Stunden an Wiederherstellung kostet. Monitoring läuft, weil ein früh erkanntes Problem kleiner ist als ein spät erkanntes.
Für den Kunden bedeutet das: planbare Kosten jeden Monat. Keine Rechnung, die überrascht. Kein Gespräch darüber, ob dieser Vorfall noch im Budget liegt.
| Break-Fix (Stundensatz) | Managed Services (Pauschale) |
|---|---|
Pro
| Pro
|
Contra
| Contra
|
Kostenvergleich: Ein konkretes Beispiel
Ein Handwerksbetrieb in der Region Speyer, 8 Arbeitsplätze, ein Server, Microsoft 365.
Szenario A: Break-Fix
Typischer Jahresverlauf mit drei bis vier kleineren Problemen (hängendes System, E-Mail-Konfiguration, Drucker-Problem) und einem größeren Vorfall (Server-Absturz nach Festplattendefekt):
| Ereignis | Stunden | Kosten (110 EUR/h) |
|---|---|---|
| 3 kleinere Probleme à 1,5h | 4,5 h | 495 EUR |
| Server-Absturz: Analyse, Wiederherstellung | 8 h | 880 EUR |
| Datenverlust (fehlendes Backup), Neuaufbau | 12 h | 1.320 EUR |
| Fahrtkosten (3x vor Ort) | 150 EUR | |
| Jahresgesamt | 24,5 h | 2.845 EUR |
Dazu kommt der Betriebsausfall während des Server-Absturzes: 2 Tage, 8 Mitarbeiter, konservativ geschätzt 5.000 bis 8.000 EUR Produktivitätsverlust.
Szenario B: Managed Services
Pauschale für 8 Arbeitsplätze, Server, M365-Administration, Monitoring und Backup-Überwachung: ca. 380 EUR netto pro Monat.
| Position | Kosten |
|---|---|
| Monatliche Pauschale (12 Monate) | 4.560 EUR |
| Server-Absturz: im Leistungsumfang, 0 Mehrkosten | 0 EUR |
| Datenverlust: vermieden durch funktionierendes Backup | 0 EUR |
| Jahresgesamt | 4.560 EUR |
Der Betriebsausfall beim Server-Absturz: wenige Stunden, weil das Monitoring den Festplattendefekt frühzeitig erkannt hat.
Ergebnis: Break-Fix kostet in diesem Szenario rechnerisch weniger als die Pauschale, 2.845 versus 4.560 EUR. Aber: Ohne Betriebsausfall und mit einem funktionierenden Backup dreht sich die Rechnung bei einem einzigen größeren Vorfall um. Der Produktivitätsverlust durch den zweitägigen Ausfall übersteigt die Jahrespauschale bereits allein.
Die versteckten Kosten von Ausfällen
Der IT-Dienstleister ist bei einem Ausfall oft nicht der größte Kostenposten. Was Unternehmen unterschätzen:
Produktivitätsverlust der Mitarbeiter. Wenn das Firmennetz zwei Stunden nicht erreichbar ist, arbeiten alle zwei Stunden weniger produktiv oder gar nicht. Bei fünf Mitarbeitern mit einem Bruttostundensatz von 25 EUR ist das 250 EUR pro Stunde, plus Overhead. Für einen ganzen Arbeitstag: 2.000 EUR. Nur in Lohnkosten.
Nacharbeitsaufwand. Was in dieser Zeit nicht erledigt wurde, muss danach aufgeholt werden. Angebote schreiben, Aufträge bestätigen, Rechnungen verschicken. Das läuft parallel zum normalen Tagesgeschäft und kostet zusätzliche Stunden.
Lieferverzögerungen und Kundenwirkung. Wenn Angebote nicht rauskommen, Termine nicht bestätigt werden, Bestellungen nicht bearbeitet werden: das bleibt nicht ohne Wirkung. Kunden merken, wenn ein Betrieb nicht erreichbar oder nicht reaktionsfähig ist.
Datenverlust als Multiplikator. Wenn ein Ausfall mit Datenverlust verbunden ist, weil kein funktionierendes Backup existiert, multiplizieren sich alle anderen Kosten. Die Wiederherstellung eines Arbeitsplatzes aus dem Nichts dauert Tage. Die Rekonstruktion verlorener Daten oft Wochen oder ist unmöglich.
Wann Break-Fix sinnvoll ist
Es gibt Situationen, in denen das Break-Fix-Modell das richtige ist.
Sehr kleine Betriebe mit einem oder zwei Arbeitsplätzen, die ausschließlich mit Cloud-Anwendungen arbeiten und keinen eigenen Server betreiben, haben wenig IT-Komplexität. Der Wartungsbedarf ist gering. Hier ist eine monatliche Pauschale oft teurer als der tatsächliche Bedarf.
Einmalige Projekte sind grundsätzlich stundensatz- oder festpreisgeeignet. Ein neues WLAN aufbauen, einen neuen Server in Betrieb nehmen, eine Software migrieren: das ist Projektarbeit mit klarem Anfang und Ende. Auch wer eine Managed-Services-Pauschale hat, lässt solche Projekte meist separat abrechnen.
Eine zweite Meinung, ein technisches Audit oder eine einmalige Beratung ist ebenfalls Break-Fix-Terrain.
Was eine gute Managed-Services-Pauschale enthält
Nicht jede Pauschale ist gleich. Die Spanne zwischen einem guten und einem schlechten Managed-Services-Vertrag ist groß. Diese Punkte müssen klar im Vertrag stehen:
Reaktionszeit. Wie lange dauert es, bis nach einer Meldung jemand reagiert? Und bis die eigentliche Arbeit beginnt? „Wir melden uns schnellstmöglich" ist keine Reaktionszeit. 4-Stunden-Reaktionszeit für kritische Ausfälle während der Geschäftszeiten ist eine Reaktionszeit.
Leistungsumfang. Was ist konkret enthalten? Anzahl der Arbeitsplätze, Server, Netzwerkgeräte. Microsoft-365-Administration, wenn das genutzt wird. Backup-Überwachung. Monitoring. Was passiert, wenn ein neuer Arbeitsplatz hinzukommt?
Ausschlüsse. Neue Hardware, größere Projekte, Schulungen. Diese Dinge sind typischerweise nicht in der Pauschale und das ist in Ordnung, solange es klar im Vertrag steht.
Verfügbarkeit. Zu welchen Zeiten ist der Dienstleister erreichbar? Gibt es eine Notfallnummer außerhalb der Geschäftszeiten? Was kostet ein Einsatz außerhalb der regulären Zeiten?
Für welche KMU Managed Services passt
Managed Services lohnt sich nicht für jeden Betrieb. Als Orientierung:
Gut geeignet:
- Betriebe ab 3 bis 4 Arbeitsplätzen mit einem eigenen Server oder Netzwerk
- Unternehmen, die sensible Daten verarbeiten (Kundendaten, Finanzdaten, Personalakten)
- Betriebe, bei denen IT-Ausfall direkt den Umsatz trifft (Produktion, Handel, Dienstleistung mit digitalem Kern)
- Unternehmen ohne eigene IT-Fachkraft
Weniger geeignet:
- Einzelunternehmer, die nur eine Cloud-Anwendung und ein Notebook nutzen
- Betriebe mit sehr stabiler, unveränderlicher IT-Landschaft und kaum Änderungsbedarf
- Projekte mit klar definiertem Anfang und Ende
Wenn Sie sich fragen, welches Modell für Ihren Betrieb passt, ist die schnellste Antwort eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie viele IT-Ereignisse hatten Sie im letzten Jahr? Was haben die Sie im direkten Dienstleister-Aufwand plus Produktivitätsverlust gekostet? Ist das mehr oder weniger als eine Jahrespauschale?
ITCC betreut KMU in der Region Speyer und Wiesbaden auf Managed-Services-Basis. Was in unserer Pauschale steckt und was nicht, steht im Vertrag, nicht im Verkaufsgespräch. Wenn Sie eine ehrliche Einschätzung für Ihren Betrieb wollen, sprechen Sie uns an.
Häufige Fragen
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